Alle Artikel Relevant

Bayerischer Bahnhof: Mega-Bauprojekt soll endlich starten

Gelände hinter dem Bayerischen Bahnhof.

Lange herrschte Stillstand, nun soll auf das riesige Bauprojekt auf der Brache hinter dem Bayerischen Bahnhof doch endlich umgesetzt werden. Darüber informierte die Stadt gemeinsam mit den Investoren am Montag die Öffentlichkeit. Die Partner einigten sich demnach über die letzten Einzelheiten zur Realisierung des „Stadtraums Bayerischer Bahnhof“. Entstehen sollen auf dem Areal unter anderem fast 1.600 Wohnungen, zwei Kitas mit insgesamt 330 Plätzen und eine Grundschule.

Im März muss noch der Stadtrat den Verträgen zustimmen – ansonsten sei der Weg aber bereitet, teilte die Stadtverwaltung mit. Es gäbe klare Planungsziele. Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) sagte:

„Wir brauchen wir dringend neue Wohnungen, Schulen und Kitas. Das Entwicklungsgebiet um den Bayerischen Bahnhof spielt dabei eine prominente Rolle. Ich freue mich, dass es nach einer Zeit relativen Stillstandes hier nun einvernehmlich weitergehen kann.“

Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) sprach davon, den „hochwertigen neuen Stadtraum“ zügig zu entwickeln. Wie die „Leipziger Volkszeitung“ (LVZ) berichtet, könnten die Bauarbeiten für eine Grundschule noch dieses Jahr beginnen. Diese solle unmittelbar neben der MDR-Kita „Elefant, Tiger & Knirps“ an der Kurt-Eisner-Straße gebaut werden. Die Schule soll bis Mitte 2022 stehen.

Anvisierte Fertigstellung 2027

Die weiteren Bauarbeiten ziehen sich nach Angaben der Stadt bis 2027 hin. Von den 1.600 Wohnungen sollen circa 30 Prozent mit Mietpreisbindung angeboten werden, also als Sozialwohnungen mit Berechtigungsschein. So steht es auch in der Beschlussvorlage für den Stadtrat, die im Ratsinformationssystem abrufbar ist. Bei den übrigen Wohnungen werde man „mit die Mieten um die 10 Euro planen können“, zitiert die Leipziger Internet-Zeitung (L-IZ) den Bauträger BUWOG. Insgesamt werden laut L-IZ rund 600.000 Millionen Euro investiert.

Die BUWOG Group ist als Projektpartner mit eingestiegen. Die Firma hat bereits zu Ende Januar einen Großteil der Flächen vom bisherigen Eigentümer, der Stadtbau AG, gekauft. Die BUWOG ist wiederum eine Tochtergesellschaft der Vonovia SE. Dieser Konzern verwaltet nach eigenen Angaben 400.000 Wohnungen an 400 Standorten in ganz Deutschland.

Bildergalerie: Brachfläche Bayerischer Bahnhof

Verbindungen zur Südvorstadt

Neben den Wohnungen sollen auf der Brachfläche auch circa 150.000 Quadratmeter Büro- und Gewerbeflächen entstehen – vorrangig südlich der Kurt-Eisner-Straße, also neben der MDR-Mediacity. Entlang der Bahntrasse ist außerdem ein Stadtteilpark geplant. Dabei werden ein Geh- und Radwege sowohl in Nord-Süd-Ausrichtung als auch von Ost nach West angelegt – das neue Quartier wird folglich an die Südvorstadt angebunden.

Wie das Stadtmagazin Kreuzer twitterte, werde es wie befürchtet keine Zukunft für die Distillery an ihrem bisherigen Standort geben. „Eine vernünftige Lösung ist möglich, aber eher nicht dort“, zitiert der Kreuzer OBM Jung. Die Betreiber des traditionsreichen Elektroclubs hatten allerdings schon mehrfach öffentlich erklärt, dass sie selbst nicht mehr mit einem Verbleib rechnen.

Pläne seit 2011 in der Schublade

Insgesamt entsprechen die Planungen weitgehend dem Ergebnis des Architekturwettbewerbs, der bereits 2011 abgeschlossen wurde. Der erste Spatenstich sollte eigentlich bereits 2017 erfolgen. Die Stadt und der bisherige Eigentümer der meisten Grundstücke, die Leipziger Stadtbau AG, konnten sich aber lange nicht über das Vorhaben einigen. Vergangenes Jahr hatten die Leipziger Grünen sogar gefordert, mithilfe des Baugesetzbuches praktisch zu enteignen, weil die Fläche und das Projekt von so herausragender Bedeutung für die Stadt sind.

0 Kommentare zu “Bayerischer Bahnhof: Mega-Bauprojekt soll endlich starten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.