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Brandanschläge in Alfred-Kästner-Straße: LKA hat offenbar Anhaltspunkte

Baustelle in der Alfred-Kästner-Straße in Leipzig.

Nach den Brandanschlägen auf zwei Baumaschinen in der Alfred-Kästner-Straße vor gut zwei Wochen will sich die zuständige Staatsanwaltschaft Leipzig derzeit nicht zu den Ermittlungen äußern. Offenbar hat die Polizei aber Ansatzpunkte bei der Suche nach dem oder den Tätern. Ein politischer Hintergrund der Tat ist weiterhin nicht ausgeschlossen.

Was geschah in der Nacht vom 14. auf den 15. Mai in der Alfred-Käster-Straße in der Leipziger Südvorstadt? Wer zündete dort zwei Baumaschinen an und sorgte so für die Evakuierung von zwei Wohnhäusern? Zu diesen Fragen will sich die Staatsanwaltschaft Leipzig im Moment nicht äußern. Auf Nachfrage verwiesen die Anwälte Ende vergangener Woche auf das laufende Ermittlungsverfahren. Offenbar verfolgen die Ermittler jedoch konkrete Spuren.

Landeskriminalamt veröffentlicht keinen Zeugenaufruf

Ein Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA) erklärte gegenüber dem Karli.blog jedenfalls, dass es derzeit keinen öffentlichen Zeugenaufruf gebe. Was im Umkehrschluss bedeutet, dass das LKA über andere Anhaltspunkte verfügt. In der ersten Pressemitteilung hatte die Leipziger Polizei noch ausdrücklich nach Zeugen für die Tat gesucht.

Danach übernahm aber das beim LKA angesiedelte Polizeiliche Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum (PTAZ) die Ermittlungen. Bislang hat das PTAZ den Fall auch noch nicht wieder abgegeben. Ein politischer Hintergrund der Brandanschläge ist deshalb nicht auszuschließen. Der Sprecher des LKA erklärte allerdings, dass das PTAZ generell alle Verdachtsfälle in diesem Bereich untersucht und auch zu dem Schluss kommen könne, dass eben keine politische Motivation vorliegt.

Zugang zum Innenhof des Amtgerichts von der Alfred-Käster-Straße aus.
Zugang zum Innenhof des Amtgerichts von der Alfred-Käster-Straße aus. Dort entsteht das neue Justizzentrum. (Foto: Karli.blog/Alexander Laboda)

Anschlag auf neues Justizzentrum?

Eine politisch motivierte Tat wird vermutet, weil die zweite Baumaschine im Innenhof hinter dem Amtsgericht angezündet wurde. Dort entsteht derzeit ein neues Justizzentrum. Bis 2020 baut der Freistaat Sachsen auf einer Fläche von rund 8.000 Quadratmetern Büros, Archive und Lagerräume. Im ersten Bauabschnitt wird ein Gebäude für die Staatsanwaltschaft Leipzig errichtet. Die Kosten belaufen sich auf über 32 Millionen Euro. Finanziert wird das Projekt auch mit EU-Fördermitteln.

Anwohnerin: „Wir waren sehr erschrocken“

Nach bisherigen Erkenntnissen zündeten die unbekannten Täter die beiden Baumaschinen in der Nacht vom 14. auf den 15. Mai an. Direkt neben einem Mehrfamilienhaus in der Alfred-Kästner-Straße (die Stelle ist im Titelbild zu sehen) brannte ab 23.15 Uhr ein Bagger lichterloh. Die Flammen reichten bis zum ersten Obergeschoss. Fenster zerbarsten durch die Hitze. Rauch breitete sich im gesamten Straßenabschnitt aus. Die Bewohner von zwei Häuser mussten für etwa eineinhalb Stunden ihre Häuser verlassen und in Innenhof warten. „Wir waren sehr eschrocken. Es hätte ja auch etwas mit der Wohnung passieren können“, sagte eine ältere Anwohnerin gegenüber dem Karli.blog.

Die Feuerwehr brachten beide Brände in den frühen Nachtstunden unter Kontrolle. Zuvor entzündete sich eine Maschine zwischenzeitlich erneut. Nach ersten Schätzungen entstand ein Sachschaden im sechsstelligen Bereich.

Bauarbeiten auf der Alfred-Kästner-Straße bis Oktober 2018

In der Alfred-Kästner-Straße werden noch bis Ende September 2018 die Gehwege und die Fahrbahn erneuert. Der Abschnitt zwischen Karl-Liebknecht-Straße und Bernhard-Göring-Straße wird als erstes fertiggestellt. In den kommenden Tagen soll die Straße dort asphaltiert werden.

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