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Bürgerumfrage: Südvorstadt-Bewohner sind reich und schön

Wer in der Südvorstadt wohnt, ist wohlhabend und attraktiv – zumindest im Vergleich mit Leipzigern aus anderen Ortsteilen. Das ist eines von vielen Ergebnissen der kommunalen Bürgerumfrage 2017, die am Dienstag veröffentlicht wurde. Außerdem sind die Menschen zwischen Südplatz und Panometer mehrheitlich zufrieden und optimistisch.

Die Bewohner der Leipziger Südvorstadt haben deutlich mehr Geld in der Tasche als noch vor einigen Jahren. Das mittlere persönliche Monatsnettoeinkommen lag 2017 laut der kommunalen Bürgerumfrage der Stadt bei 1.765 Euro. Das sind 215 Euro mehr als bei der Befragung von 2015. Die Südvorstadt liegt damit unter allen 96 Leipziger Stadtteilen auf Platz vier.

Nur im Waldstraßenviertel (1.923 Euro), Bachviertel und Kolonnadenviertel (1.784) sowie in Gohlis-Süd (1.804) verfügen die Menschen monatlich über ein höheres Einkommen. Im gesamten Stadtgebiet lag das mittlere Monatsnettoeinkommen bei 1.328 Euro. Dabei handelt es sich ausdrücklich nicht um einen Durchschnittswert. Bei einem Mittelwert (Median) bleiben extrem niedrige und hohe Einkommen unberücksichtigt.

Einkommen im Leipziger Süden
Stadtteil Mittleres Monatsnettoeinkommen
Südvorstadt  1.765 Euro
Zentrum-Süd 1.638 Euro
Connewitz 1.323 Euro

Sportlich, schlank und gesund

Geld macht sexy, sagt der Volksmund. Das ist jedoch nicht der einzige Hinweis darauf, dass die Bewohner der Südvorstadt überdurchschnittlich attraktiv sind. So sind die Menschen im Ortsteil zum Beispiel besonders sportlich. Mehr als 60 Prozent geben an, mindestens einmal die Woche Sport zu treiben. Ein exakter Wert ist nicht angegeben. Von allen Leipzigern trainieren lediglich 55 Prozent regelmäßig.

Die Leibesübungen führen offenbar zu einer schlankeren Linie, die ja ebenfalls als Schönheitsideal gilt. Nur fünf bis zehn Prozent der Südvorstadt-Bewohner sind fettleibig. Im gesamten Stadtgebiet liegt der Anteil von adipösen Bewohnern bei 14 Prozent.

Schließlich sind die Menschen rund um die Karli auch noch sehr gesund oder fühlen sich zumindest so. Mehr als 70 Prozent schätzen den eigenen Gesundheitszustand als gut oder sehr gut ein. So hohe Werte gibt es lediglich in acht anderen Ortsteilen.

Genuss und Konsum

Die Bürgerumfrage erfasste erstmals die Lebensstile in den einzelnen Stadtteilen. Die Befragten wurden neun sozialwissenschaftlichen Kategorien zugeordnet. Das Spektrum reicht dabei vom Typus „traditioneller Arbeiter“ bis zu sogenannten „Reflexiven“, die als akademische Avantgarde bezeichnet werden. Die Mehrheit in Leipzig bilden demzufolge mit insgesamt 27 Prozent die „Aufstiegsorientierten“. Sie interessieren hauptsächlich für ihre berufliche Karriere und wollen an moderner Freizeitkultur teilhaben. Ein weiteres Viertel der Leipziger zählt zu den „Heimzentrierten“. Bei dieser Gruppe stehen Familie und Häuslichkeit im Vordergrund.

Anders stellt sich die Lage in der Südvorstadt dar. Hier sind demnach „Hedonisten“ in der  Mehrheit. Dieser Gruppe schreibt der Sozialwissenschaftler Gunnar Otte, auf dessen Arbeiten die Typologie basiert, folgende Merkmale zu: „Jugendkultureller Stilprotest durch Mode und Musik, Innovationsfreude, gegenwartsbezogene Genuss- und Konsumorientierung, Extraversion, städtische Spektakel- und Clubkultur“. Jeder vierte Bewohner der Südvorstadt (26 Prozent) zählt zu dieser Gruppe, die sich außerdem auszeichnet „durch eine deutlich überdurchschnittliche Lebenszufriedenheit, gepaart mit Optimismus.“ Der Anteil der „Heimzentrierten“ liegt im Stadtteil hingegen nur bei neun Prozent.

Lebensstiltypen Südvorstadt Zentrum-Süd Connewitz Leipzig gesamt
Arbeiter 5 2 2 5
Heimzentrierte 9 9 19 25
Unterhaltungssuchende 9 5 7 9
Konventionalisten 2 3 5 4
Aufstiegsorientierte 23 24 21 27
Hedonisten 26 25 23 16
Gehobene Konservative 3 2 0 1
Gehobene Liberale 12 8 9 7
Reflexive 11 22 13 7

Detaillierte Angaben zu den Lebensstiltypen finden sich übrigens auf Seite 12 des Ergebnisberichts der Stadt.

Bürgerumfrage begrenzt aussagefähig

Alle Zahlen auf Ortsteilebene sind wegen der teilweise niedrigen Fallzahlen gleichwohl nicht repräsentativ. Lediglich bezogen auf das gesamte Stadtgebiet und bezüglich der Merkmale Alter, Geschlecht, Haushaltsgröße und berufliche Qualifikation sind die Angaben für die Grundgesamtheit der Leipziger aussagekräftig, heißt es am Ende des Berichts.

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