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Kult-Imbiss Burgermeister will deutschlandweit expandieren

Sven Gerling, Systemmanger bei Burgermeister - Der Grill

Der Schnellimbiss „Burgermeister“ am Südplatz entstand einst in den Ruinen eines alten Toilettenhäuschens. Seitdem hat sich aus der winzigen Burgerbude eine Fast-Food-Kette entwickelt. Die dritte Leipziger Filiale öffnete vor kurzem an der Münzgasse. Jetzt sollen weitere Läden in ganz Deutschland folgen. Ein Expansionskurs mit Risiken.

Der Fast-Food-Laden „Burgermeister“ aus der Leipziger Südvorstadt plant weitere Filialen in Leipzig und im gesamten Bundesgebiet. „Wir wollen uns deutschlandweit positionieren und expandieren“, sagt Sven Gerling, Systemmanager der Imbiss-Kette, gegenüber dem Karli.blog. In Chemnitz und Erfurt sei man bereits in „ernsten Gesprächen“ über neue Standorte. In Leipzig liefen momentan Verhandlungen über eine Fläche in Plagwitz, erklärt Gerling.

Firmengründer Rocco Fischer möchte dabei nicht nur eigene neue Läden eröffnen. Die Zukunft sieht die Burgerkette auch im Franchise-Geschäft. Das bedeutet, dass er anderen Unternehmern Lizenzen erteilt, damit diese Läden nach dem Vorbild der Stammhäuser aufbauen. Eine besondere Rolle kommt dabei der erst Ende April eröffneten Filiale in der Münzgasse zu. „Die Filiale ist unser Flagship-Store. Hier entwickeln wir das Konzept immer weiter und schulen auch neue Mitarbeiter“, sagt Sven Gerling, der unter anderem für Personal, Einkauf und die Expansionspläne zuständig ist.

Bestandsgarantie für Burgermeister am Südplatz

Der Imbiss am Südplatz wirkt gegenüber der rund 300 Quadratmeter großen Filiale an der Münzgasse wie ein Relikt. Der Laden soll aber keinesfalls aufgegeben werden. „Keine Sorge, unser Stammhaus am Südplatz wird es noch lange geben. Da hängt natürlich auch das Herz der Firmengründer dran“, sagt Gerling. Erst vor wenigen Monaten sei der Standort modernisiert worden. Die Firma investierte circa 25.000 Euro. Unter anderem wurde der komplette Innenbereich erneuert. Außen bekam der Imbiss einen neuen Regenschutz und Heizstrahler.

Bau des Burgermeisters am Südplatz
Bild aus der Gründerzeit: Der „Burgermeister“ während der Bauphase im Jahr 2010. (Foto: Burgermeister – Der Grill)

Eine Schließung wäre auch aus unternehmerischer Sicht unklug. Im Stadtteil genießt der „Burgermeister“ am Südplatz Kultstatus. Vor allem am Wochenende stehen die Gäste bis in die Nacht Schlange. Burger und Pommes gibt es dort bereits seit 2010. Möglich machte das damals die Ausschreibung für ein Toilettenhäuschen, dass die Stadt dort aus Kostengründen nicht mehr betreiben wollte. Firmengründer Rocco Fischer, in Leipzig vielfach gastronomisch unterwegs, sah seine Chance und bot erfolgreich um den Zuschlag.

Sorge vor dem Burger-King-Effekt

Der Erfolg der Imbissbude am Südplatz hängt vermutlich auch damit zusammen, dass die Kunden den „Burgermeister“ als kleinen lokalen Anbieter betrachten. Die Skepsis gegenüber großen Konzernen ist in der Südvorstadt jedenfalls besonders groß. Das bekam etwa die US-Kette Burger King zu spüren, als das Unternehmen nur wenige hundert Meter vom Südplatz entfernt eine Filiale eröffnete. Viele Menschen äußerten damals ihren Unmut. Einige besonders Radikale verübten sogar Anschläge. Anfang 2014 warfen Unbekannte etwa ein bengalisches Feuer in den Laden (LVZ-Bericht).

Der Imbiss Burgermeister am Südplatz in Leipzig.
So sieht der Burgermeister am Südplatz heute aus. (Foro: Karli.blog/Alexander Laboda)

Die Entwicklung des „Burgermeisters“ vom Imbiss im Toilettenhäuschen zur nationalen Franchise-Kette ist vor diesem Hintergrund nicht unproblematisch für die Firma. „Ein Risiko für das Image ist natürlich da. Aber wir haben da keine Angst. Wir sind ein Leipziger Unternehmen und sehen uns als Local Hero“, erklärt Manager Sven Gerling. Gut drei Monate nach Eröffnung der Filiale in der Münzgasse gäbe es bislang auch keine Auswirkungen auf die Umsätze am Südplatz. „Da hatten wir natürlich auch große Befürchtungen, dass wir uns da selbst Konkurrenz machen.“

Punkten mit sozialer Verantwortung

Außerdem bekennt sich das Unternehmen zu seiner sozialen Verantwortung. Von den rund 50 Mitarbeitern seien viele fest angestellt und erhielten Löhne über dem Mindestlohn, berichtet Gerling. Bei den Verpackungen versuche man auf recyclebare Materialen zu achten. Die Lebensmittel kämen allesamt von regionalen Erzeugern. Das Fleisch für die Burger, das bislang von der Leipziger Fleischerei Materna kam, will man zukünftig nach höchsten Qualitätsstandards im Umland selbst produzieren. „Auf all das legen die Kunden in der Südvorstadt großen Wert und das wissen wir,“ sagt Gerling.

 

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