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10 Millionen Euro für Filmkunsthaus auf der Feinkost

Das Gebäude auf dem Feinkost-Gelände, in dem das Filmkunsthaus untergebracht werden soll.

Seit Jahren träumt der Filmverein Cinémathèque Leipzig vom Bau eines Filmkunsthauses. Jetzt sind die Cineasten ihrem Ziel ein großes Stück näher gekommen. Für die Realisierung des Projekts auf dem Feinkost-Gelände im Leipziger Süden will der Bund über 10 Millionen Euro bereitstellen. Das beschloss der Haushaltsausschuss des Bundestages.

„Es ist auf dem Weg!“, twitterte Dirk Panter, Fraktionschef der SPD im Sächsischen Landtag am Samstag. Der Landtagsabgeordnete für den Leipziger Süden hatte sich – neben vielen anderen – lange für das Filmkunsthaus eingesetzt. Der „Leipziger Volkszeitung“ (LVZ) sagte Panter außerdem: „Ich freue mich, dass das geklappt hat und wir im Herzen der Leipziger Szene ein neues Kleinod schaffen“. Die Zeitung berichtete am Samstag als erstes über den Beschluss des Haushaltsauschusses im Bundestag.

Baubeginn 2019?

Die Finanzpolitiker in Berlin genehmigten in ihrer Sitzung in der Nacht zu Freitag Fördermittel aus dem Denkmalschutzprogramm des Bundes in Höhe von insgesamt 10,5 Millionen Euro. Der Bundestag muss den Haushaltsentwurf allerdings noch verabschieden. Das soll Ende November geschehen. Wenn dann auch noch Sachsen seine Zusagen einhält, könnte der Bau des Filmkunsthauses kommendes Jahr beginnen. Laut LVZ hatte das Land ebenfalls Fördermittel in Höhe von knapp zehn Millionen Euro versprochen. Der Leipziger Stadtrat stellte bereits im Februar Zuschüsse in Aussicht.

Drei Säle für fast 300 Zuschauer

Die Pläne für das Filmkunsthaus liegen längst in der Schublade. Ursprünglich sollte es in der Innenstadt im Gebäude der ehemaligen Skala angesiedelt werden. Drei Kinosäle mit Platz für fast 300 Besucher sollen in einem Gebäude direkt an der Karl-Liebknecht-Straße entstehen (oben im Bild links). Vorgesehen sind außerdem ein Veranstaltungsraum und Gewerbeflächen. In dem Haus möchte die Cinémathèque nach eigenen Angaben „vielfältige Projekte im Film, Medien- und Kulturbereich unter einem Dach“ vereinen. An konkreten Vorhaben nennt der Filmverein tagesaktuelle Diskurse, kuratierte Reihen und Festivals sowie medienpädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Langfristig soll sich das Projekt wirtschaftlich selbst tragen.

Filmkunsthaus „bereichert Kulturlandschaft“

„Es ist überwältigend und kaum zu fassen“, sagte Angela Seidel, Geschäftsführerin der Cinémathèque, der LVZ in einer ersten Reaktion zum Beschluss des Haushaltsauschusses. Der Verein wolle nun aber noch die endgültigen Beschlüsse abwarten. Dies ist offenbar aber nur noch reine Formsache. Auf der Internetseite des Leipziger CDU-Bundestagsabgeordneten Jens Lehmann steht bereits seit Freitag zu lesen: „Das Filmkunsthaus (…) erhält in den kommenden vier Jahren Bundeszuschüsse.“ Der Abgeordnete aus dem Leipziger Norden freute sich ebenfalls darüber. Es seien wunderbare Neuigkeiten, nicht nur „weil damit weitere wertvolle Bausubstanz in unserer Stadt erhalten werden kann“.  Das Filmkunsthaus sei ein vielversprechendes Projekt, das die Kulturlandschaft in Leipzig bereichern werde.

Das Zuhause der Cinémathèque war bisher das Kulturzentrum Nato in direkter Nachbarschaft. Dort steht aber lediglich ein Saal zur Verfügung, in dem noch viele andere Veranstaltungen stattfinden.

 

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