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Auf die Freiwillige Feuerwehr im Leipziger Süden ist Verlass

Die Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Leipzig-Süd auf einem Gruppenbild.

Die Freiwillige Feuerwehr Leipzig-Süd ist im vergangenen Jahr insgesamt 184 Mal ausgerückt. In keinem einzigen Fall mussten die Männer und Frauen aus der Wache in der Schenkendorfstraße einen Einsatz wegen fehlenden Personals oder anderer Probleme absagen – egal ob Sturm, Bombenevakuierung oder angebranntes Essen in der Nacht.

Die Freiwillige Feuerwehr Leipzig-Süd ist im vergangenen Jahr rechnerisch gut jeden zweiten Tag im Einsatz gewesen. Das zeigt die Einsatzstatistik auf der Internetseite der Brandbekämpfer. Zu insgesamt 184 Einsätzen rückten die Kameradinnen und Kameraden im Jahr 2018 aus. Das waren 24 weniger als im Vorjahr, aber deutlich mehr als im Jahr 2016, als am Ende 139 Einsätze zu Buche standen. Oberwehrleiter Ralf Diers ist vor allem auf eine statistische Größe stolz: „Zum Glück haben wir aufgrund unserer Personalstärke keinen einzigen Einsatz geschmissen. Wir sind immer ausgerückt.“

Einätze im gesamten Stadtgebiet

Wie wichtig das war, zeigen allein die vergleichsweise wenigen Einsätze, über die in der Presse berichtet wurde. So waren die ehrenamtlichen Feuerwehrleute aus dem Leipziger Süden zum Beispiel gleich zu Jahresbeginn während des Sturms „Friederike“ über viele Stunden im Dauereinsatz.  Bei Windgeschwindigkeiten von über 120 Kilometern pro Stunde stürzten Bäume um und flogen Ziegel von den Dächern. Im März halfen die Kameraden bei den Evakuierungsmaßnahmen, die bei der Entschärfung einer Fliegerbombe im Norden der Stadt nötig waren. Im April bekämpften die Freiwilligen gemeinsam mit Kameraden aus der ganzen Stadt den Großbrand in einer Milchviehanlage im Nordwesten.

Rettung von Schwerverletzten und Brand in Pizzaria

Aber auch in ihrem eigenen Beritt, dem Leipziger Süden, waren die Feuerwehrleute selbstverständlich regelmäßig im Einsatz. Im Juni retteten sie einen 21-jährigen Autofahrer und seine 20-jährige Beifahrerin schwer verletzt aus einem Wrack. Der junge Mann hatte in der Bornaischen Straße die Kontrolle über das Fahrzeug verloren, das in der Folge gegen einen Baum krachte. Im August mussten die Kameraden nur wenige Meter aus ihrer Wache herausfahren, um zum Einsatzort zu kommen. Im italienischen Restaurant L’Angelo am Südplatz brannte es nachts, weil ein angestellter zwei Wolldecken auf dem Pizzaofen abgelegt hatte. Darüber hinaus löste zum Beispiel im November eine Waschmaschine einen Wohnungsbrand in Lößnig aus.

Ralf Diers
Ralf Diers, Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Leipzig-Süd. (Foto: Karli.blog/Alexander Laboda)

Oberwehrleiter Diers möchte keinen Einsatz besonders hervorheben. „Jeder Einsatz ist wichtig“, sagt er auf Nachfrage des Karli.blog. Diers weist aber auf eine andere Auffälligkeit hin: „Wir rücken in über der Hälfte der Fälle tatsächlich aufgrund eines Feueralarms aus. Das ist gegen den bundesweiten Trend. Deutschlandweit wird die Feuerwehr inzwischen in den meisten Fällen wegen technischer Hilfeleistung gerufen, also weil zum Beispiel jemand irgendwo eingesperrt ist oder ein Tier gerettet werden muss.“ Eine Erklärung für diesen Unterschied hat der Wehrleiter jedoch nicht.

Brandmelder halten Freiwillige Feuerwehr auf Trab

Konkret gehen etwa ein Viertel der Einsätze der Freiwilligen Feuerwehr Leipzig-Süd inzwischen auf Brandmeldeanlagen zurück, berichtet Diers. Häufig kommen die Meldungen aus Krankenhäusern, Studentenwohnheimen, Altenheimen oder Asylbewerberunterkünften. Der Klassiker: Angebranntes Essen. „Die Leute schieben sich nachts noch etwas in den Ofen und schlafen dann ein. Das ergibt für mich keinen Sinn, aber das ist die Realität“, sagt der Oberwehrleiter.

In der Mehrzahl der Fälle handelt es sich allerdings um einen Fehlalarm. Umso schwieriger ist es für die Einsatzkräfte, die Konzentration hoch zu halten. Immerhin verbringen die Frauen und Männer der Freiwilligen Feuerwehr ihre Freizeit auf der Wache. Die Schicht dort folgt auf meist auf einen normalen Arbeitstag. Wehrleiter Diers ist es daher wichtig, dass nicht nur die Zahl der Einsätze gesehen wird: „Selbst wenn wir keinen einzigen Einsatz haben, sind unsere Mitglieder vier Mal pro Woche in der Wache. An zwei Terminen machen wir Sport und Übungen. Und auch unsere Fahrzeuge, die Geräte und das Haus wollen gepflegt sein.“ Umso schöner sei es, dass sich im Leipziger Süden genug Freiwillige finden, die die Arbeit auf sich nehmen. Diers: „Man darf das fast nicht zu laut sagen, um niemanden abzuschrecken, der noch mitmachen will. Aber momentan sind beim Personal tatsächlich an der Obergrenze.“

Video: Übung beim Tag der offenen Tür 2018

 

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