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Trauer um Heimatforscher Horst Riedel

Leipziger Heimatforscher Horst Riedel.

Horst Riedel ist tot. Der Leipziger Chronist und Heimatforscher starb am vergangenen Sonntag im Alter von 84 Jahren, wie der Verein Pro Leipzig auf seiner Internetseite mitteilt. Riedel verfasste zahlreiche Nachschlagewerke, unter anderem ein Stadtteillexikon über die Südvorstadt.

Pro Leipzig würdigte Riedels große Verdienste und seinen Einsatz dafür, den Leipzigern ihre Geschichte zu erklären und zu veranschaulichen:

„Was in Städten wie Berlin, Dresden oder Nürnberg hochrangig besetzte und breit aufgestellte Fachgremien hervorbrachten, leistete Riedel für Leipzig in vergleichbarer Qualität nahezu im Alleingang.“

Dabei sei es ihm in erster Linie darum gegangen, das Wissen über die Stadt Bürgern und Gästen in verständlicher Form nahe zu bringen. „Vor allem junge Menschen sah er dabei als seine wichtigste Zielgruppe“, heißt es in der Mitteilung.

Riedels bekanntestes Werk ist das ab 2005 in zwei Auflagen erschienene „Stadtlexikon Leipzig von A bis Z“. Laut Pro Leipzig reflektiert das Buch erstmals umfassend und nahezu vollständig die Entwicklung und Gegenwart Leipzigs mit über 2.400 Begriffen und mehr als 1.000 Einträgen zu Persönlichkeiten der Stadt. In Fachkreisen werde es liebevoll „der Riedel“ genannt.

„Gedächtnis der Südvorstadt“

Vielen Leipzigern ist Riedel aber auch wegen seiner Stadtteillexika bekannt, denen er sich in den vergangenen Jahren widmete. Zuletzt erschien 2017 ein Nachschlagewerk von ihm über Plagwitz. Den Anfang hatte 2016 in dieser Reihe jedoch ein Lexikon über die Südvorstadt gemacht, dem Stadtteil also, in dem Riedel selbst wohnte. Mit dem Karli.blog traf sich Riedel trotz schwerer Krankheit noch im April dieses Jahres zu einem langen Gespräch über das Buch. Das Interview trug anschließend die Überschrift „Horst Riedel: Das Gedächtnis der Südvorstadt„.

Riedels Wissen und Arbeit ging allerdings weit über einen einzelnen Stadtteil hinaus. Pro Leipzig zufolge umfasst das Lebenswerk des gebürtigen Berliners über 8.300 ausgearbeitete Stichwörter. Die Dokumente füllen eine komplette Regalwand. Bis wenige Tage vor seinem Tod habe Riedel noch mit zahlreichen Persönlichkeiten, Firmen und Einrichtungen korrespondiert.

Bis zuletzt arbeitete der ehemalige Oberstudienrat an einem Lexikon für Schleußig. Dessen Erscheinen wird er nun nicht mehr erleben.

2 Kommentare zu “Trauer um Heimatforscher Horst Riedel

  1. Udo Ziegler

    Als früherer Berufskollege hatte ich sehr nahe gehende Kontakte und Gemeinsamkeiten mit Horst Riedel, die ich persönlich nicht missen möchte.

    Insofern habe ich besonderes Interesse, mich von Ihm auf seinem letzten Gang ins Universum verabschieden zu können.

    Kann mir „Karli.blog“ das Datum und den Ort seiner Beisetzung mitteilen, so dies bekannt würde?

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