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Sozialreport zeigt Kita-Mangel in der Südvorstadt

Eine Frau mit Kinderwagen auf einem Spielplatz.

In der Südvorstadt fehlen zahlreiche Kita-Plätze. Das zeigt der aktuelle Sozialreport der Stadt. In vielen anderen Bereichen schneidet der Leipziger Süden vergleichsweise gut ab.

Für viele Kinder aus der Südvorstadt gibt es im Stadtteil keine Kita-Plätze. Wie aus dem Sozialreport der Stadtverwaltung hervorgeht, lag der Versorgungsgrad für 1- bis 6-Jährige im Jahr 2017 in der Südvorstadt unter 50 Prozent.

Damit zählt das Gebiet zwischen Körnerstraße und Richard-Lehmann-Straße zu den Ortsteilen in Leipzig mit der schlechtesten Abdeckung – trotz zahlreicher Neubauprojekte. Ähnlich unterversorgt sind nahe des Zentrums die Stadtteile Schleußig, Altlindenau, Lindenau, Zentrum-Nordwest, Anger-Crottendorf und Gohlis-Mitte.

Ausreichend Kita-Plätze im Zentrum-Süd und Connewitz

Der schlechte Versorgungsgrad wird allerdings zum Teil aufgefangen durch Angebote in den benachbarten Stadtteilen Zentrum-Süd und Connewitz. Dort liegen die Versorgungsgrade bei 89 bis 110 Prozent beziehungsweise zwischen 110 und 170 Prozent. Der Leipziger Durchschnitt betrug 89 Prozent.

Viel Zuzug

Die fehlenden Kita-Plätze hängen indes mit einer Reihe anderer Faktoren zusammen, die der Sozialreport ebenfalls nennt. So zählen die Südvorstadt und das Zentrum-Süd zu den Stadtteilen, in der die Bevölkerung seit 2012 kräftig gewachsen ist. Die Stadt nennt im Sozialreport für beide Ortsteile ein Wachstum zwischen 7,5 und 15 Prozent. In Connewitz nahm die Bevölkerung um 2,5 bis 7,5 Prozent zu.

Konkretere und aktuellere Zahlen dazu kann man der Statistik-Website der Stadt entnehmen. Demnach wuchs die Bevölkerung in der Südvorstadt allein zwischen 2014 und 2018 um 1.526 Personen auf insgesamt 25.881. Im Zentrum-Süd lebten Stand 2018 insgesamt 13.380 Menschen (2014: 12.324). Für Connewitz nennt die Statistik für 2018 eine Einwohnerzahl von 18.989 Personen (2014: 18.177).

Junge Bevölkerung

Für besonders viele Geburten im Leipziger Süden sorgt außerdem das vergleichsweise niedrige Durchschnittsalter. Laut Sozialreport lag es in der Südvorstadt 2017 unter 38 Jahren. Der stadtweite Durchschnitt beträgt hingegen 42,6 Jahre. Das Zentrum-Süd und Connewitz sind mit Durchschnittswerten zwischen 38 und 42 Jahren ebenfalls unter dem stadtweiten Mittel.

Wenig Arbeitslosigkeit

In vielen sozialen Fragen steht der Leipziger Süden im Vergleich zu anderen Gebieten der Stadt gut da. Die Arbeitslosenquote liegt in der Südvorstadt und dem Zentrum-Süd mit zwei bis unter vier Prozent sowie in Connewitz (vier bis sechs Prozent) unterhalb des Leipziger Schnitts von 5,4 Prozent. In allen drei Stadtteilen leben auch unterdurchschnittlich wenige Empfänger von Arbeitslosengeld II und Sozialgeld.

Steigende Mieten

Auf der anderen Seite sind, wie bereits früher berichtet, ist Wohnen in den drei Stadtteilen deutlich teurer geworden. Stadtweit legten die Gesamtmieten nach Angaben im Sozialreport im Bestand seit 2013 um 13,5 Prozent zu. Nochmals deutlich kräftiger stiegen die Angebotsmieten mit 30,6 Prozent (Nettokaltmiete) im selben Zeitraum.

Wohnhaus in der Leipziger Südvorstadt.
Wohnen wird in Leipzig immer teurer – insbesondere in der Südvorstadt und dem Zentrum-Süd. (Foto: Karli.blog/Alexander Laboda)

Eine Folge ist, dass die Zahl der Wohnungsnotfälle in Leipzig im Jahr 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 16,4 Prozent auf 2.302 stieg. Die Zahl der Räumungstermine hat von 828 im Jahr 2005 auf 1.025 Im Jahr 2017 zugenommen. Daten für einzelne Stadtteile liegen nicht vor.

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