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Kriminalität in der Südvorstadt geht zurück

Schild an einer Polizeiwache.

Die Zahl der Straftaten ist in der Leipziger Südvorstadt im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen. Im Jahr 2017 zählte die Polizei zwischen Körnerstraße und Richard-Lehmann-Straße rund 2.400 Delikte. Das sind knapp 470 weniger als im Vorjahr. Dies entspricht einem Rückgang um gut 16 Prozent.

Nachzulesen sind diese Zahlen im Kriminalitätsatlas 2017, den das Landeskriminalamt (LKA) Sachsen in der vergangenen Woche veröffentlichte. Laut LKA soll der Atlas dabei helfen, „lokale Kriminalitätsschwerpunkte zu erkennen und regionale Werte mit dem Umfeld zu vergleichen“.

Eine besondere Bedeutung kommt hierbei dem Verhältnis zwischen der Menge der Straftaten und der Zahl der Einwohner zu. Aus dieser Perspektive betrachtet, liegt die Kriminalitätsbelastung in der Südvorstadt deutlich unter dem Leipziger Durchschnitt. Im Stadtteil kommen statistisch rund 9.600 Straftaten auf 100.000 Einwohner. In gesamten Stadtgebiet liegt der Wert bei 13.900 Fällen pro 100.000 Bewohner.

Deutlich mehr Kriminalität im Zentrum-Süd

Deutlich unsicherer ist es demnach auf den Straßen im Zentrum-Süd. Hier ist die Zahl der Straftaten umgerechnet auf die Einwohnerzahl fast doppelt so hoch wie in der Südvorstadt. In absoluten Zahlen wurden zwischen Wilhelm-Leuschner-Platz und Löffelfamilie knapp 2.200 Fälle erfasst. Allerdings gab es auch hier 550 Straftaten weniger als 2016. Connewitz bewegt sich mit gut 1.800 Straftaten und einem Rückgang um über 500 Fälle in Hinblick auf die Kriminalitätsbelastung auf annähernd dem gleichen Niveau wie die Südvorstadt.

In allen drei Stadtteilen war Diebstahl die Straftat, die mit Abstand am häufigsten erfasst wurde. Sowohl in der Südvorstadt als auch im Zentrum-Süd beträgt der Anteil dieser Deliktsform an allen Straftaten fast 60 Prozent. In Connewitz sind es knapp 50 Prozent. An zweiter Position folgt überall die Kategorie „sonstigen Straftaten“, in der hauptsächlich Fälle von Sachbeschädigungen verzeichnet werden. An dritter Stelle stehen „Vermögens- und Fälschungsdelikte“. Hierunter fallen insbesondere alle Betrugsdelikte. Zwischen fünf und acht Prozent der Straftaten in den genannten Stadtteilen sind Rohheitsdelikte, also etwa Raub oder Körperverletzung. In der Südvorstadt gab es in absoluten Zahlen 139 Rohheitsdelikte, im Zentrum-Süd waren es 136 und in Connewitz 156.

Deutlicher Anstieg im Vergleich zu 2013

In vielen anderen Leipziger Ortsteilen ist die Zahl der Straftaten wesentlich höher. Kriminalitätsschwerpunkt in Leipzig ist die Innenstadt mit über 5.000 Fällen. Sehr viele Delikte werden außerdem in allen zentrumnahen Stadtteilen verübt. Auchin Möckern (3.600), Reudnitz-Thonberg (3.300) sowie Neustadt-Neuschönefeld (2.300) liegt die Zahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner teils sehr weit über dem Gesamtdurchschnitt.

Wie aus der Polizeilichen Kriminalitätsstatistik des Bundesinnenministeriums hervorgeht, liegt Leipzig mit der Zahl von 13.900 Fällen pro 100.000 Bewohner unter allen Großstädten bundesweit auf dem fünften Platz. Nur in Frankfurt/Main, Hannover, Berlin und Dresden werden im Verhältnis zur Einwohnerzahl noch mehr Straftaten begangen. Trotz des diesjährigen Rückgangs, hat die Kriminalität in Leipzig außerdem auf lange Sicht zugenommen. Im Vergleich zu 2013 um über 12 Prozent.

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