Alle Artikel Nützlich

Museumsnacht: Ehemalige DDR-Hinrichtungsstätte öffnet

Ehemalige zentrale DDR-Hinrichtungsstätte in Leipzig

Bei der Museumsnacht in Leipzig und Halle bietet sich Besuchern am Samstag eine seltene Gelegenheit. In der Südvorstadt öffnen sich die Türen der ehemaligen zentralen Hinrichtungsstätte der DDR. Der historische Ort ist derzeit nur zwei Mal im Jahr zugänglich.

Schild an der ehemaligen DDR-Hinrichtungsstätte in der Südvorstadt in Leipzig.
Ein Schild erinnert heute an die Geschichte des Gebäudes. Foto: Karli.blog/Alexander Laboda

Lediglich zur Museumsnacht sowie zum Tag des offenen Denkmals im September können sich Interessierte die ehemalige DDR-Hinrichtungsstätte in der Arndtstraße 48 ansehen. In abgetrennten Räumen der früheren Haftanstalt am Amtsgericht vollstreckte das SED-Regime zwischen 1960 bis 1981 alle in der DDR verhängten Todesurteile. Bis 1981 starben in den Räumen, die weitgehend erhalten sind, nach aktuellen Erkenntnissen 64 Menschen.

Die Hinrichtungen fanden unter größter Geheimhaltung statt. Die Hingerichteten bekamen kein rechtsstaatliches Verfahren. Das Bürgerkomitee Leipzig zur Auflösung des Ministeriums für Staatssicherheit arbeitet deshalb daran, aus der Stätte einen justizgeschichtlichen Erinnerungsort zu machen. Erinnert werden soll an die „Opfer politischer Willkürherrschaft, unabhängig von deren strafrechtlicher Schuld“, heißt es auf der Website des Museums in der „Runden Ecke“.

Mineralogische Sammlung und Panometer beteiligen sich ebenfalls

In der Südvorstadt können Teilnehmer der Museumsnacht außerdem noch zwei weitere Ausstellungen besuchen: die Mineralogisch-petrographische Sammlung der Universität Leipzig sowie das Assisi-Panometer.

Die Mineralogisch-petrographische Sammlung in der Scharnhorststraße 20 umfasst mehr als 12.000 Gesteinsstücke mit Kristallen. Die 1809 begründete Sammlung gehört zu den ältesten ihrer Art. Die Ausstellung zeigt Minerale aus aller Welt sowie historische wissenschaftliche Geräte. Besucher können während der Museumnacht zudem einzelne Minerale kaufen.

Im 360-Grad-Panorama „Titanic – Die Versprechen der Moderne“ von Yadegar Asisi in der Richard-Lehmann-Straße nimmt Besucher mit auf eine Reise zum Wrack des Kreuzfahrtschiffes. Weil der Eintritt mit dem Museumsnacht-Ticket verhältnismäßig günstig ist, dürfte es allerdings recht voll im Panometer werden. Die Veranstalter kündigen im Vorfeld bereits Wartezeiten von bis zu eineinhalb Stunden an.

Museumsnacht lockt mit über 300 Veranstaltungen

An der Museumsnacht in Leipzig und Halle, die dieses Jahr zehnjähriges Jubiläum feiert, beteiligen sich in beiden Städten rund 80 Museen, Kunstsammlungen, Galerien und Archive.  Über 300 Veranstaltungen sind angekündigt. Zwischen beiden Städten fährt ein kostenloser Shuttle-Service. Tickets für die Museumsnacht kosten zehn Euro beziehungsweise ermäßigt acht Euro.

0 Kommentare zu “Museumsnacht: Ehemalige DDR-Hinrichtungsstätte öffnet

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.