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Kulturzentrum Nato: Graffitis für die Menschenrechte

Niemand darf willkürlichen Eingriffen in sein Privatleben ausgesetzt werden. So steht es in Artikel 12 der Menschenrechte. Ein Graffiti an der Fassade der Nato soll das illustrieren. (Foto: Karli.blog)

Wer in den vergangenen Wochen sein Fahrrad an der Nato abgestellt hat, dürfte es bereits gesehen haben: An der seitlichen Fassade des Kulturzentrums in der Südvorstadt prangen in großen Lettern Begriffe wie ‚Gedankenfreiheit‘ oder ‚Teilhabe‘. Darunter wurden Tafeln mit der Erklärung der Allgemeinen Menschenrechte angebracht. Graffitis illustrieren einzelne Menschenrechte. Über Ostern gestalten Street-Art-Künstler jetzt auch die Fassade an der Karl-Liebknecht-Straße neu. Der frische Anstrich ist Teil eines größeren Projekts.

Kulturzentrum Nato: Graffitis für die Menschenrechte
Der Leipziger Street-Art-Künstler Christian Naumann alias Funky Monkey gestaltet die Fassade der Nato. (Foto: Karli.blog)

Der Leipziger Künstler Christian Naumann alias ‚Funky Monkey‘ zeichnete am Dienstag das Layout an die Wand der Nato, die direkt an der Karli liegt. Nach Ostern, wenn die Nato ihren Freisitz eröffnet, will er mit der Gestaltung der Fassade fertig sein. „An dieser Fassadenseite geht es aber nicht um die Menschenrechte. Hier wollen wir mit Begriffen und Silhouetten auf das neugierig machen, was in der Nato passiert, also zum Beispiel Theater und Musik“, sagte Naumann bei einem kurzen Gespräch vor Ort.

Naumann gestaltete auch die Fassade mit, die zur Körnerstraße liegt. In erster Linie finden sich dort aber Graffitis seines Kollegen ‚RUDE‘. Dessen Bilder befassen sich mit einzelnen Artikeln der Menschenrechte. Eine Zeichnung veranschaulicht zum Beispiel das Recht auf Privatleben, eine andere das Recht auf Unterkunft. Die Seitenfassade wurde bereits vor Wochen bemalt. Wegen des nassen Wetters konnten die Arbeiten danach nicht weitergehen.

Kulturzentrum Nato: Graffitis für die Menschenrechte
An der Fassade der Nato veranschaulichen Graffitis des Künstler ‚RUDE‘ einzelne Artikel der Menschenrechte. Kunstwerke von ihm zieren zum Beispiel auch die Fassade der Feinkost. (Foto: Karli.blog)

Nato-Projekt: „Menschenrechte und Du!“

An der Ecke zur Karli findet sich außerdem ein Schild, dass die neue Gestaltung erklärt. Diese entstand nämlich im Rahmen des Projekts „Die Menschenrechte und Du!“. Bei der Aktion setzten sich Jugendliche aus Leipzig mehrere Wochen lang mit den Menschenrechten auseinander. Einige der Jugendlichen zeichneten Comics zum Thema. Eine Auswahl dieser Comics ist seit einiger Zeit in der Kneipe der Nato zu sehen. Andere Jugendliche drehten einen Dokumentarfilm, der bereits Anfang Dezember in der Nato Premiere feierte. In Kürze soll er auch online gestellt werden.

Kulturzentrum Nato: Graffitis für die Menschenrechte
Leipziger Jugendliche malten im Rahmen des Projekts „Menschenrechte und Du!“ selbst Comics zum Thema. (Foto: die naTo – Soziokulturelles Zentrum)

In einer Pressemitteilung schreibt die Nato zum Hintergrund des Projekts: „Angesichts zunehmender Gewalt – ob verbal im Netz und auf der Straße oder offensichtlich physischen Auseinandersetzungen – und geopolitischen Konflikten und Menschenrechtsverletzungen hat der Verein das Projekt ‚Menschenrechte und Du!‘ initiiert, um auf den  unzureichenden Zustand der Menschenrechtslage aufmerksam zu machen und das Bewusstsein für Ungerechtigkeit zu schärfen.“

Die Kulturstiftung Sachsen sowie das Kulturamt der Stadt förderten „Menschenrechte und Du!“ finanziell. Weitere Informationen zu dem Projekt gibt es übrigens hier auf der Website der Nato.

2 Kommentare zu “Kulturzentrum Nato: Graffitis für die Menschenrechte

  1. Es wird – trotz aller Liebe zu den Menschenrechten – noch etwas dauern, bis sich meine Augen an den weiß-roten Anstrich gewöhnt haben. Fand das Gelb immer sehr angenehm. Bin gespannt, wie es aussieht, wenn die südplatzseitige Wand fertig ist.

  2. Guter Artikel – mehr davon!

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