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Neues Justizzentrum in der Südvorstadt schon jetzt zu klein

Baustelle für das neue Justizzentrum in Leipzig

Am Amtsgericht in der Leipziger Südvorstadt wimmelt es momentan vor Bauarbeitern. Dort entsteht aktuell ein Justizzentrum, unter anderem mit einem Bürogebäude für die Staatsanwaltschaft Leipzig. Bereits jetzt ist absehbar: Das Gebäude ist zu klein.

Im neuen Bürogebäude der Staatsanwaltschaft Leipzig in der Südvorstadt werden zukünftig nicht alle Mitarbeiter Platz finden. Das berichtet die „Leipziger Volkszeitung“ (LVZ) unter Berufung auf das sächsische Justizministerium. Nach Auskunft des Ministeriums habe demnach „der personelle Aufwuchs der Staatsanwaltschaft Leipzig in den letzten Jahren zur Folge, dass nicht alle Mitarbeiter im Neubau untergebracht werden können“.

Mehr Einwohner, mehr Kriminalfälle

Wie die LVZ weiter schreibt, seien aktuell rund 300 Bedienstete bei der Staatsanwaltschaft beschäftigt. Vor fünf Jahren seien es noch 250 gewesen. Dem Bericht zufolge rechnete der Freistaat bei der Planung mit sinkendem Personalbedarf. Tatsächlich stieg der Arbeitsaufwand der Staatsanwälte jedoch an, auch durch den anhaltenden Zuzug nach Leipzig. In der Konsequenz werde die Staatsanwaltschaft Leipzig auch zukünftig mindestens eine Außenstelle betreiben müssen.

Eingang zur Baustelle in der Alfred-Kästner-Straße. (Foto: Karli.blog/Alexander Laboda)

Das neue Bürogebäude der Staatsanwaltschaft soll Ende 2020 fertiggestellt sein. Parallel werden derzeit außerdem Bestandsgebäude an der Alfred-Kästner-Straße und der Arndtstraße saniert. Die Kosten belaufen sich auf über 33 Millionen Euro. Teilweise finanziert die EU das Projekt mit Fördermitteln.

Weitere Bauabschnitte

Zukünftig sind noch weitere Bauabschnitte auf dem Weg zum neuen Justizzentrum geplant. In der zweiten Phase soll ein Archiv angebaut werden. Dort soll künftig das Grundbuchamt einziehen, das bislang noch in Paunsdorf untergebracht ist. Weitere technische und bauliche Sanierungsarbeiten sind im Gebäude des Amtsgerichts vorgesehen. Unter anderem geht es um neue Sicherheitstechnik, Wärmeschutz im Dachgeschoss sowie eine Erweiterung der Kantine.

Für den dritten Bauabschnitt gibt es derzeit noch keine Ausschreibung. Laut LVZ ist aber der Neubau eines Fachgerichtszentrums für das Arbeits-, Sozial- und Verwaltungsgericht der Stadt geplant.

Erinnerungsort Hinrichtungsstätte

Darüber hinaus soll an dem Standort eine Gedenkstätte entstehen. An der Arndtstraße befand sich früher nämlich die zentrale Hinrichtungsstätte der DDR. Der Freistaat Sachsen spricht von einem „Justizgeschichtlichen Erinnerungsort“. Dieser soll durch das Bürgerkomitee Leipzig e.V. eingerichtet werden. Das Bürgerkomitee hat hierzu bislang aber kein Konzept veröffentlicht.

1 Kommentar zu “Neues Justizzentrum in der Südvorstadt schon jetzt zu klein

  1. Marcus Schödel

    Sehr interessanter Artikel. Bei karli.blog erfährt man wirklich, was um die Ecke los ist 👍👍

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