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Oberbürgermeisterwahl: Süden verhilft Jung zum Sieg

Wahlplakate in der Leipziger Südvorstadt.

Die Wähler im Leipziger Süden haben im zweiten Wahlgang der Oberbürgermeisterwahl maßgeblich dafür gesorgt, dass Burkhard Jung sein Amt im Leipziger Rathaus behalten kann. Das zeigen die Wahlergebnisse in den Ortsteilen. Erste Analysen zur Wählerwanderung belegen zudem: Jung darf sich dafür bei Linken und Grünen bedanken.

Burkhard Jung bleibt Leipziger Oberbürgermeister. Mit nur 3.358 Stimmen lag der SPD-Politiker am am Ende eines spannenden Wahlsonntags vor CDU-Herausforderer Sebastian Gemkow. Diesen knappen Vorsprung hat Jung insbesondere seinen guten Ergebnissen im Leipziger Süden zu verdanken. So erreichte Jung in der Südvorstadt laut der vorläufigen Ergebnisse einen Stimmenanteil von 70,2 Prozent. In Connewitz stimmten sogar 72 Prozent der Wähler für den Sozialdemokraten. Im Zentrum-Süd entschieden sich immerhin noch 60,9 Prozent für Jung.

Wie entscheidend diese hohen Stimmanteile sind, zeigt auch ein Blick auf die Bevölkerungszahlen. Die Südvorstadt ist mit mehr als 26.000 Einwohnern der größte Leipziger Ortsteil, Connewitz der drittgrößte. Entsprechend viele Wahlberechtigte leben entlang der Karli und weiter in Richtung Süden.

Die Bedeutung des Südens für Jungs Wahlergebnis zeigt auch diese Grafik von Florian Berger bei Twitter.

Grafik: Ergebnisse von Burkhard Jung in den einzelnen Ortsteilen.
Das Ergebnis von Burkhard Jung nach Stadtbezirken eingefärbt, skaliert von schwarz für minimal 21 Prozent in Plaußig-Portitz bis rot für 76 Prozent in Lindenau und Volkmarsdorf. Grafik: Florian Berger/@flberger

Linken und Grünen gelingt Mobilisierung

Ein weiterer Blick in die Daten zeigt, dass Burkhard Jung in der Südvorstadt und in Connewitz besonders von der Wahlempfehlung der Linken und Grünen profitieren konnte. Das rechnete Tilman Loos, Pressesprecher der sächsischen Linken, noch am Wahlabend in seinem Blog vor.

Er zählte zusammen, wie viele Stimmen SPD, Grüne, Linke und PARTEI im ersten Wahlgang erhielten und verglich dann, wie nah Jung im zweiten Wahlgang an dieses kumulierte Ergebnis kam. In Connewitz wich das Ergebnis von Jung demnach nur 4,5 Prozent nach unten ab, in der Südvorstadt 5,8 Prozent. Mit Ausnahme der vergleichsweise kleinen Innenstadt, schöpfte Jung das linke Wählerpotenzial nirgends besser aus als im Süden.

Linke Forderungen an Jung

Die Linke reklamierte den Erfolg nach der Wahl auch für sich. Juliane Nagel, Landtagsabgeordnete aus dem Leipziger Süden, schrieb bei Twitter: „Ja, LINKE und Grüne haben B. Jung das Amt gerettet.“ Den Blick vorausrichtend schrieb Nagel weiter: „Für die Zukunft geht nur ein*e gemeinsame Mitte-links-Kandidat*in. Solche Allianzen sind sinnvoll & tragfähig.“

Franziska Riekewald, Kandidatin der Linken im ersten Wahlgang, sagte laut einer Mitteilung: „Der äußerst knappe Wahlausgang hat gezeigt, dass mein Rückzug und die Wahlempfehlung für Burkhard Jung die einzig richtige Entscheidung war. Ab sofort werde ich als Stadträtin Druck machen um die schrittweise Einführung des kostenlosen ÖPNV für alle unter 18, Einführung einer Kindercharta und mehr sozialen Wohnungsbau zu erreichen.“ Die Umsetzung dieser Vorhaben habe Jung als Gegenleistung versprochen, hieß es.

Dank der SPD

Die SPD wusste, bei wem sie sich bedanken musste. Bundestagsabgeordnete Daniela Kolbe twitterte: „Yeah! Herzlichen Glückwunsch @Burkhard_Jung! Ein Erfolg, der viele Väter und Mütter hat! Danke an die Mitglieder der @SPDLeipzig, @gruene_leipzig, @DIELINKELeipzig, @DiePARTEI_LE, an @FranziRiekewald, Katharina Krefft, Katharina Subat,…“

Wahlverlierer Sebastian Gemkow gratulierte Jung fair und schrieb bei Facebook kurz und knapp: „Ein super Ergebnis, aber leider hat es nicht gereicht.“

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