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Parking Day: Protest gegen Pkw-Dominanz

Protest beim Parking Day 2018.

Mitglieder der Evangelischen Studierendengemeinde Leipzig (ESG) haben am Freitag in der Südvorstadt gegen zugeparkte Straßen und für mehr Freiflächen demonstriert. Auf Parkplätzen in der Alfred-Kästner-Straße stellte die Gruppe Sitzgelegenheiten, einen Kickertisch und einen Fahrradständer auf. Die ESG beteiligte sich damit am internationalen „Parking Day“.

Die Aktion war als Demonstration angemeldet. Parkverbotsschilder wiesen Autofahrer auf das vorübergehende Halteverbot hin. „Der Parking Day soll darauf aufmerksam machen, wie viel Platz in der Stadt von Autos genutzt wird und wie man Stadtraum anders nutzen könnte. Dafür haben wir uns ein paar Parkplätze reserviert und benutzen diese mal anders“, schrieb die ESG Leipzig auf ihrer Facebookseite.

Die alternative Parkplatznutzung dauerte von 10 Uhr bis circa 15.30 Uhr. Dann brach die Gruppe den Protest wegen des schlechten Wetters ab. Gegen 17 Uhr hatten die ersten Autos den Freiraum schon wieder zurückerobert. Ausgerechnet ein SUV-Besitzer verstieß gegen das Halteverbot. Die Geländelimousinen stehen wegen ihrer Größe besonders in der Kritik von Umweltschützern.

SUV im Parkverbot
Kurz nach der Protestaktion parkte bereits wieder ein Autofahrer seinen SUV an gleicher Stelle. (Foto:Karli.blog/Alexander Laboda)

Zwei Dutzend Demos im Stadtgebiet

In Leipzig koordinierte der Verein Ökolöwe die Aktionen zum „Parking Day“. Nach dessen Angaben beteiligten sich im gesamten Stadtgebiet zwei Dutzend Gruppen, Vereine und Unternehmen an dem Protest. Tino Supplies, verkehrspolitischer Sprecher des Ökolöwen, sagte vorab, dass Leipzig bei der sinnvollen Umgestaltung der Straßen und Plätze schon ein gutes Stück vorangekommen sei: „Früher waren beispielsweise der Augustusplatz, der Simsonplatz, der Richard-Wagner-Platz und der Park zwischen Hugendubel und Thomaskirche komplett mit Autos zugeparkt. Heute bilden sie attraktive Aufenthaltsorte.“

Die Aktivisten fordern jedoch weitere Maßnahmen, insbesondere vor dem Hintergrund der wachsenden Bevölkerungszahlen und der regen Bautätigkeit. Leipzig könne nicht unbegrenzt Autos aufnehmen. 212.000 Pkw belegten in der Stadt bereits jetzt rechnerisch eine Fläche von 2,6 Quadratkilometern. Dies entspreche der vierfachen Größe der Leipziger Innenstadt. Der Ökolöwe schlägt unter anderem Quartiersgaragen, mehr Carsharing und eine Stärkung des Nahverkehrs vor, um zum Beispiel mehr Platz für Grünflächen sowie Geh- und Radwege zu schaffen.

1 Kommentar zu “Parking Day: Protest gegen Pkw-Dominanz

  1. Kann die Demo durch aus verstehen, doch können wohl Studenten nicht wirklich Schlussfolgern, warum so viele Autos vorhanden sind. Zuwanderung, weniger Parkraum im allgemeinen und vor allem der Wegfall von Fahrgemeinschaften haben dazu geführt. In den letzten 20 Jahren hat Leipzig, wie die meisten anderen Städte, Straßen immer kleiner gemacht…und gegen den Trend gearbeitet. Leider.

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