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Stadtratswahl: FDP-Kandidat will sich für Familien und Bürgerrechte einsetzen

Rudi Ascherl

Rudi Ascherl tritt bei der kommenden Stadtratswahl als Spitzenkandidat für die FDP im Leipziger Süden an. Im Wahlkampf möchte der 29-jährige Kinderarzt in erster Linie Familien ansprechen: „Junge Familien brauchen in dieser Stadt Verlässlichkeit, insbesondere genügend Kitaplätze und Schulen“, sagt Ascherl im Gespräch mit dem Karli.blog.

Rudi Ascherl wurde am vergangenen Samstag (19. Januar) auf einer Mitgliederversammlung zum Spitzenkandidaten der FDP im Stadtbezirk Süd gewählt. Neben der Südvorstadt und Connewitz gehören zu diesem Wahlkreis 4 noch Marienbrunn, Lößnig und Dölitz-Dösen.

Wenige FDP-Wähler im Süden

Dass dies kein Kernland der Liberalen ist, erfuhr Ascherl bei den Wahlen 2014 am eigenen Leib. Auf Listenplatz zwei erhielt er damals lediglich 122 Stimmen. Insgesamt kam die FDP im Süden auf nur 2,4 Prozent. In ganz Leipzig waren es mit 2,9 Prozent aber auch nur wenig mehr. Eine Herausforderung sei das, erklärt Ascherl: „Ich erwarte nicht, dass wir plötzlich über zehn Prozent erreichen. Aber ich will eine liberale Stimme in den Wahlkampf einbringen. Ich werbe für meine Themen und denke, dass sich da viele Menschen wiederfinden können.“

Rudi Ascherl setzt neben der Familienpolitik auf das Thema Bürgerrechte. Der ehemalige Vorsitzender der Jungen Liberalen in Leipzig erklärt:

„Wir reden zum Beispiel über das neue Polizeigesetz in Sachsen, über Videoüberwachung und eine problematische Sicherheitspolitik gerade bei uns im Leipziger Süden. Hier zieht die Stadtverwaltung im Moment voll mit – und da sind wir als FDP dagegen.“

Das Polizeigesetz sei zwar Landessache, aber auch als Stadtrat könne man mit unbequemen Anfragen etwa auf das Handeln des Ordnungsamtes Einfluss nehmen.

Unterstützung für Spätis

Der FDP gehe es außerdem um eine Verwaltung, die sich zurücknehme und als Dienstleister für die Bürger verstehe: „Die Leute wollen nicht wegen jeder Angelegenheit ins Stadthaus rennen“, sagt Ascherl. Die Kommunikation mit Ämtern müsse einfacher werden. Unternehmern dürfe das Leben nicht durch Auflagen schwer gemacht werden. Als konkretes Beispiel nennt Ascherl etwa Spätverkäufe, die selbst entscheiden sollen, wann sie öffnen.

Insgesamt geht die FDP im Leipziger Süden gleich mit neun Kandidaten an den Start. Auf Platz zwei wurde im Wahlkreis Moritz Melchior gewählt. Der 45-jährige Steuerfachangestellte ist ehemaliger stellvertretender Kreisvorsitzender der Leipziger FDP. Auf Listenplatz drei tritt die 23-jährige Unternehmerin Sarah Ehrhardt an. Weiterhin kandidieren im Stadtbezirk Süd: Maximilian Dichtl, Dr. Julian Prell, Kevin Jalowi-Kowar, Andreas Kämmer, Markus Piontek und Eberhard Schneider.

Wahlprogramm Anfang März

Im Stadtgebiet schickt die FDP 96 Kandidaten ins Rennen. Die drei liberalen Stadträte René Hobusch, Sven Morlok und Naomi-Pia Witte (aktuell unter dem Namen Fraktion Freibeuter aktiv) treten erneut an. Der Leipziger FDP-Vorsitzende Friedrich Vosberg sagte vergangene Woche: „Wir wollen eine freidemokratische Stadtratsfraktion erkämpfen, die breit aufgestellt ist, um fachlich gute Arbeit im Stadtrat, in Gremien und Ausschüssen zu leisten.“ Über das Kommunalwahlprogramm wolle die Partei Anfang März beraten.

Die Stadtratswahl ist am 26. Mai 2019 parallel zur Europawahl. AfD und CDU sowie die Grünen haben ihre Kandidaten für die Stadtratswahl ebenfalls schon ernannt. Die SPD bestimmt darüber am heutigen Samstag. Die Linke ernennt ihre Kandidaten erst am 2. März.

Titelfoto: privat

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