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Bürger fordern Stadtteilpark im Zentrum-Süd

Auf der Freifläche, um die es geht, stehen Baumaschinen und Baumaterial.

Eine Gruppe von Anwohnern verlangt von der Stadt Leipzig die Umgestaltung einer Freifläche im Zentrum-Süd zu einem Stadtteilpark. Fast 500 Bürgerinnen und Bürger haben eine entsprechende Petition bereits unterzeichnet.

Grünflächen sind im Zentrum-Süd und in der angrenzenden Südvorstadt rar gesät. Durch zahlreiche Neubauten auf Brach- und Freiflächen in den vergangenen Jahren sinkt die Zahl der Wiesen und Parks im Kiez immer mehr. Mit dieser Begründung fordern mehrere Anwohnerinnen und Anwohner von der Stadt die Umgestaltung eines größeren Grundstücks zu einem Stadtteilpark.

Lebensqualität und Klimaschutz

Konkret geht es um eine zusammenhängende Fläche in der Shakespearestraße 17-19 und Bernhard-Göring-Str. 28, die östlich und westlich von Wohnhäusern begrenzt wird (oben im Bild). Im Text zur Petition, der in den vergangenen Tagen an vielen Haustüren im Stadtteil angeschlagen wurde, heißt es: „Die Umgestaltung in einen Stadtteilpark würde die Lebensqualität aller Bewohner des Stadtteils verbessern und dient außerdem einer wesentlichen Verbesserung des Stadtklimas (Kälteinseln, Feinstaubfilter, Lärmschutz).“

Nach Angaben der Bürgerinitiative sind die Grundstücke im Besitz der städtischen Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft (LWB). Die Bebauung der Fläche sei bereits geplant. Diese „irreversible Versiegelung“ solle noch abgewendet werden.

Grünfläche bereits gerodet

Wie der Park gestaltet werden könnte, lassen die Initiatoren offen. Bereits seit 2011 nutzten die Anwohner die Freifläche jedoch als Garten, Spielplatz und Nachbarschaftstreffpunkt, wie der Internetseite der Bürgerinitiative zu entnehmen ist. Mit der LWB konnten sich die Anwohner aber über Jahre nicht auf eine dauerhafte Pachtung der Fläche einigen. Stattdessen sei die intakte Grünfläche samt dutzender Bäume von der LWB gerodet worden – unter Missachtung des Naturschutzes, wie die Anwohner in einer längeren Chronologie der Vorgeschichte schreiben. Aktuell wird die gerodete Fläche als Lagerplatz für Baumaterialen genutzt.

Fläche in der Shakespearstraße 17-19 und Bernhard-Göring-Str. 28, die Anwohner gerne zu einem Stadtteilpark umgestalten wollen.
So sieht das fragliche Gelände aktuell aus. (Foto: Karli.blog/Alexander Laboda)

Eine Anfrage des Karli.blog zu den früheren Vorgängen und zu den Bebauungsplänen ließ die LWB bisher unbeantwortet.

Interessierte können die Petition bei der Stadt online hier einsehen und unterzeichnen. Bislang (Stand 20. Mai) unterstützen 497 Bürgerinnen und Bürger das Anliegen. Ein Standpunkt der Verwaltung liegt noch nicht vor. Wenn dies der Fall ist, beschäftigt sich nach Vorberatung im Petitionsausschuss der Stadtrat mit dem Sachverhalt. Die Ratsversammlung entscheidet, inwieweit die Forderungen umgesetzt, berücksichtigt oder abgelehnt werden.

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