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Trauer um Marshalls Mum

Das geschlossene Marshalls Mum von außen.

Das Café „Marshalls Mum“ in der August-Bebel-Straße schließt. Die Enttäuschung in der Südvorstadt ist ungewöhnlich groß. Aber es gibt auch Verständnis für die Entscheidung.

Die Gastronomie im Leipziger Süden wandelt sich ständig. Lokale schließen, andere eröffnen neu. Selten sorgt das für Aufsehen. Anders ist das im Fall des „Marshalls Mum“. Seitdem die Inhaber vor gut einer Woche bekannt gaben, dass Café dauerhaft schließen zu wollen, herrscht Trauer im Stadtteil.

Allein auf der Facebook-Seite des Lokals verliehen bereits mehr als 300 Menschen ihren Gefühlen Ausdruck. Der Tenor: Traurigkeit und Dankbarkeit. Eine Nutzerin schrieb etwa:

„Wir verdrücken hier gerade ein paar Tränen. Wir wünschen euch viel Glück für die Zukunft. Danke für alles.“

Eine andere kommentierte:

„Nirgendwo gab es so unverschämt leckere, vegane Torten und Cupcakes wie bei euch! Ich könnte grad heulen.“

Eine dritte Café-Besucherin schrieb:

„Was machen wir denn jetzt? Es gibt keinen Ersatz für euch, ihr hinterlasst eine riesige Lücke!“

Und weiter: „Vielen Dank für sieben ultra-leckere Jahre Marshalls Mum und an all die lieben Menschen hinter der Theke – ihr wart immer absolut großartig! Alles Gute für euch!“

Auf der Seite finden sich zahlreiche ähnliche Zuschriften. Eine Kommentatorin findet es schade um ein „individuelles und einzigartiges Stück ‚Leipziger Süden‘“. Andere Menschen berichten von persönlichen Begegnungen und Erinnerungen in dem Café. Freundschaften wurden dort geschlossen und triste Arbeitstage aufgehellt.

Viel Verständnis

Auf der anderen Seite äußern auch viele Verständnis für die Entscheidung von Isabell Buße und Enrico Krüger, die auf der Website des Cafés als Inhaber angegeben sind.

Ein Kommentar dazu bei Facebook: „Jede Medaille hat zwei Seiten und somit steht neben dem Schock, der gerade beim Erblicken des Posts in mich gefahren ist, auch ein großer Haufen Verständnis. Schon länger hat man euch angesehen, dass ihr auch körperlich alles gegeben habt und somit wird diese Entscheidung die richtige sein.“

Eine andere Nutzerin schreibt:

„Schade das durch diese irrsinnig hohe Bürokratie immer die kleinen guten Cafés und Einrichtungen leiden müssen.“

Die Kommentare nehmen Bezug auf eine längere Erklärung der Café-Betreiber zur Schließung. Darin heißt es, die Gründe für das Aus des „Marshalls Mum“ „liegen irgendwo zwischen Platzmangel, Behördenwahnsinn und zu müde um weiterzukämpfen“. Konkret müsste etwa die Konditorei ausgelagert und neues Personal eingestellt werden. „Wir können uns persönlich nicht vorstellen, bei einem noch höheren Zeitaufwand und Papierkram erheblich mehr Verantwortung zu übernehmen.“

Erklärung von „Marshalls Mum“ im Wortlaut:

Erklärung des Teams von Marshalls Mum zur Schließung im Wortlaut.
Erklärung des Teams von Marshalls Mum zur Schließung. Foto: Karli.blog/Alexander Laboda

Erstklassige Bewertungen

Es ist allerdings nicht klar, worin der Ärger mit den Ämtern genau bestand, ob zusätzliche Mitarbeiter das Budget gesprengt hätten und inwieweit die Betreiber möglicherweise über einen anderen Standort nachgedacht haben. Eine Anfrage des Karli.blog zu einem Gespräch blieb leider unbeantwortet.

In jedem Fall ist es objektiv schade, dass das „Marshalls Mum“ keine Zukunft hat. Das vor allem für seine Cupcakes und veganen Kuchen bekannte Café hatte nicht nur eine große Fangemeinde, sondern auch exzellente Bewertungen. Bei Tripadvisor kam das Lokal beispielsweise auf fünf von fünf Punkten.

Cupcakes auf einem Screenshot von der Facebook-Seite des Cafés.
Bild aus besseren Tagen. Bild: Screenshot von der Facebook-Seite des Marshalls Mum

Das sind große Fußstapfen für die Nachfolger. Denn wie das Team von „Marshalls Mum“ bei Facebook bekannt gab, wird in der August-Bebel-Straße 1 ein neues Café einziehen.

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